Florian Lechner

geboren 1981
2006 – 2012 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste, München bei Professor Hermann Pitz, Hans op de Beeck
2012 Diplom als Meisterschüler bei Professor Hermann Pitz

lebt und arbeitet in München und Freiburg

1 Raumskizze (PLATFORM), 2018 / Architektur, Beamer, Stromkabel, Dispersionsfarbe, Klebeband, projizierte Liverenderings,
PLATFORM, München

2 Raumskizze (DOMOTEX), 2018 / Architektur, Styropor, Beamer und Fluter, Stromkabel, Wandfarbe
Galerie Thomas Modern, München

Fotos: F. Lechner © Florian Lechner / VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Florian Lechners Werk reicht von flächigen Werken und autonomen Plastiken bis hin zu monumentalen Rauminterventionen. Sein Sujet ist der Raum ebenso wie die Eigenschaften von Plastik und Skulptur, welche er untersucht. Hierzu nutzt der Künstler die ihnen inhärenten Qualitäten gleichermaßen als Werkzeug und Material. Perspektive und Fläche, Licht und Schatten, Texturen, Bewegung, Vorder- und Hintergrund werden verwendet, um räumliche Qualitäten zu erzeugen und zu unterlaufen, als fortwährender Prozess.

Lechner generiert hierfür Bildräume am Computer durch den Einsatz von 3D-Software (Renderings) oder schichtet Material auf Scannern, um es zu erfassen. Dieses Ausgangsmaterial wird anschließend gedruckt, geschnitten, collagiert und verdichtet. Flächen falten sich zu Volumen und Körpern auf, prallen aufeinander und schieben neue (Bild-)Räume auf.

Im Falle der betretbaren „Raumskizzen“ stellt die vorgefundene Architektur den Ausgangspunkt für den Eingriff dar. Lechner löst durch den Einsatz von live gerenderten Projektionen und aufgetragener Farbe die vorgefundene räumliche Situation bildhauerisch auf. Er modelliert, formt und schafft so durch diese Transformation eine Erweiterung des Raumes virtueller Qualität.

Analog dazu werden aktuell entstandene minimalistische Reliefs und Raumcollagen sowie Wandplastiken gezeigt. Dem prozesshaften, performativen Momentum entsprechend besitzen diese autonomen Kunstwerke keine spezifische Hängeausrichtung mehr. Dies deckt sich mit der Erfahrung des Publikums beim durchschreiten der Raumkompositionen (Installationen) da durch die Bewegung ständig neue visuell abstrakte Bilder entstehen.

Die Wahl des Farbspektrums von Schwarz bis Weiß mit all ihren Nuancen, sowie der Anlehnung an die Farbigkeit der vorgefundenen Architektur, ermöglicht Lechner die volle Konzentration auf Struktur, Fläche und Raum. Mit Glanzflächen und matten Partien erzeugt der Künstler mehrschichtige Bildtiefen, er verändert und verschiebt die Oberflächen seiner Materialien und Arbeiten somit in den Ausstellungsraum hinein.

Lechners Werke existieren nur im Moment ihrer Wahrnehmung durch den Rezipienten. Sie sind losgelöst von ihrem spezifisch physischem Zustand und unterlaufen als Inszenierungen barocker Exzessivität und Komplexität die Grenzen von Bild und Skulptur und verhandeln so Raum als virtuelle Plastiken neu.

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Ausstellungen Projekte
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»unbuntpunkt« Galerie Rettberg, München
»Out of Office« Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
»Stadt, Land, Fluss« Gedok Galerie, Stuttgart
»Nacht des Orakels« Szenografie für Commedia Futura, Hannover
»exposition« Zweigstelle Berlin, Berlin
»RAUMSKIZZE« Kunstverein Aichach, Aichach /solo
»Totalraum« Projektraum Galerie Thomas Modern, München /solo
»Minotaurus« Bühnenbild für gleichnamige Inszenierung der Commedia Futura, Hannover
»Under(de)Construction« Stiftung Federkiel, München
»Gastspiel« Galerie Thomas Modern, München
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Sammlungen Preise Stipendien
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Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Kulturpreisträger Bayern
Katalogförderung der Lfa Bayern
Förderpreis Heitland Foundation, Celle